Geschichte

Die Gründung des SPD-Ortsvereins Völlen
und die schweren Zeiten danach

In den Ortschaften Völlen, Völlenerfehn, Völlenerkönigsfehn sowie Mitling-Mark fanden sich ehrliche und aufrechte Menschen nach den Wirren des 1. Weltkrieges im Jahr 1919 zusammen, die sich vorgenommen hatten, selbst das politische Geschehen in ihrem Umfeld für sich, aber auch für andere mitgestalten zu wollen.
Im ostfriesischen Raum entstanden, wie woanders auch, eine Vielzahl neuer Ortsvereine. Auch unser Ortsverein, damals USPD Völlenerfehn, hatte sich bereits der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung angeschlossen, wie es aus einem Verzeichnis des SPD-Bezirks Oldenburg-Ostfriesland aus dem Jahre 1919 hervorgeht. Demnach hatte der Ortsverein im März bereits 111 männliche Mitglieder, eine beachtliche Zahl. (Frauen hatten zu der Zeit noch kein Wahlrecht und auch kein Recht, auf die Kandidatur in einer politischen Partei). Für sie waren schon damals die sozialdemokratischen Grundwerte wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität nicht nur Ideale, sondern es wurden deswegen auch viele politische Kämpfe geführt. Der erste Vorsitzende zu dieser Zeit war Krino Bekker aus Völlenerkönigsfehn. Nach vielen Recherchen konnte auch ermittelt werden, dass der 15. März 1919 der Anfang unserer SPD-Ortsvereinsgeschichte ist.
1939 hat Hitler-Deutschland die Welt in einen Krieg getrieben, der am 8. Mai 1945 zu Ende war. Ganz Europa lag am Boden. In allen Ländern haben die Menschen furchtbares erlitten. Deutschland war zerstört, ausgeblutet und hat bedingungslos kapituliert.
Die vier Siegermächte bestimmten danach das Geschehen.
Nach diesem zweiten Weltkrieg und der Gründung der Bundesrepublik durfte die SPD berechtigte Hoffnungen hegen, bei den ersten Wahlen 1949 zum 1. Deutschen Bundestag am 14. August den Kanzler zu stellen. Doch sie erfüllten sich nicht, denn Konrad Adenauer gewann mit einer Stimme Mehrheit.
Auch in Völlen sammelten sich die Sozialdemokraten zu einem Neubeginn. Viele neue Mitglieder füllten die Lücken, so auch Hermann Appeldorn. Er verstärkte am 1. Januar 1946 den Ortsverein aktiv und übernahm 1955 die Aufbauarbeit des SPD-Ortsvereins Völlen als 1. Vorsitzender.
1963 übernahm Erwin Fietz den Vorsitz im SPD-Ortsverein und bleibt es bis 1987. Er wird 1968 zum Völlener Bürgermeister gewählt und bleibt es bis 1972. Völlen sollte zu dieser Zeit der Stadt Papenburg (Emsland) angegliedert werden. Doch die Völlener wollten lieber Ostfriesen bleiben.
Erwin Fietz schrieb an die niedersächsische Landesregierung und hatte letztlich Erfolg. Nach eingehender Diskussion im Landtag entschied sich der Landtagsausschuss mit Mehrheit für die Einbeziehung Völlens in die am 1.01.1973 gebildete Gemeinde Westoverledingen und damit für den Verbleib in Ostfriesland, wie es auch Erwin Fietz als Bürgermeister von Völlen gefordert hatte. Danach wurde Erwin Fietz in der Zeit von 1973 bis 1977 zum Ortsbürgermeister von Völlen gewählt, sowie zum stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde Westoverledingen von 1973 bis Ende 1974. Von 1975 bis 1981 war er Bürgermeister Westoverledingens und Mitglied des Kreistages von 1973 bis 1991.

(Text von Jan Hensmanns und Hans Focken)